Der Löwe schläft.
Zumindest sieht es so aus. Sein großer Kopf ruht tief, der Körper bewegt sich kaum. Dann erklingt die Trommel. Erst langsam, fast wie ein Weckruf. Der Löwe reagiert. Eine kleine Bewegung, ein Zucken, schließlich hebt sich der Kopf.
Wer jetzt nur auf spektakuläre Akrobatik wartet, übersieht möglicherweise den interessantesten Teil der Aufführung.
Denn ein chinesischer Löwentanz kann wie eine kleine Geschichte funktionieren. Der Löwe wacht auf, entdeckt seine Umgebung, wird neugierig, begegnet Hindernissen und sucht nach einem Weg zu seinem Ziel. Dabei braucht es keinen Erzähler. Die Geschichte entsteht allein durch Bewegung, Rhythmus und Ausdruck.